| Wie wird Heilung vollbracht? |
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Heilung ist mit einem Verständnis dessen verbunden, wozu die Illusion der Krankheit dient. Heilung ohne dies ist unmöglich. Der wahrgenommene Zweck von KrankheitHeilung ist in dem Augenblick vollbracht, in dem der Leidende nicht länger irgendeinen Wert im Schmerz sieht. Wer würde Leiden wählen, wenn er nicht dächte, es brächte ihm etwas ein, und zwar etwas von Wert für ihn? Er muss denken, es sei ein geringer Preis, den es zu bezahlen gilt für etwas von größerem Wert. Denn Krankheit ist eine Wahl, eine Entscheidung. Sie ist die Wahl der Schwäche in der irrigen Überzeugung, sie sei Stärke. Wenn dies geschieht, wird wirkliche Stärke als Bedrohung und Gesundheit als Gefahr gesehen. Krankheit ist eine Methode, im Wahnsinn ersonnen, um Gottes Sohn auf seines Vaters Thron zu setzen. Gott wird als außerhalb gesehen, wild und gewaltig, erpicht darauf, alle Macht für sich zu behalten. Nur durch seinen Tod kann er von seinem Sohn besiegt werden. Und wofür, in dieser wahnsinnigen Überzeugung, steht Heilung? Sie symbolisiert die Niederlage von Gottes Sohn und den Triumph seines Vaters über ihn. Sie repräsentiert den äußersten Trotz in einer direkten Form, welche der Sohn Gottes zu erkennen gezwungen ist. Sie steht für alles, was er vor sich selbst verbergen möchte, um sein „Leben“ zu schützen. Wenn er geheilt ist, so ist er für seine Gedanken verantwortlich. Und wenn er für seine Gedanken verantwortlich ist, wird er getötet werden, damit ihm bewiesen werde, wie schwach und erbärmlich er ist. Doch wenn er selbst den Tod wählt, ist seine Schwäche seine Stärke. Nun hat er sich gegeben, was Gott ihm geben wollte, und so den Thron seines Schöpfers vollständig an sich gerissen. Der Wechsel in der WahrnehmungHeilung muss in genau dem Umfang geschehen, in dem die Wertlosigkeit der Krankheit erkannt wird. Jemand braucht nur zu sagen, „Es liegt für mich überhaupt kein Gewinn darin“, und er ist geheilt. Aber dies zu sagen erfordert, dass man zuerst gewisse Tatsachen erkennt. Erstens, es ist offensichtlich, dass Entscheidungen vom Geist stammen, nicht vom Körper. Wenn Krankheit nur ein fehlerhafter Ansatz zur Problemlösung ist, so ist sie eine Entscheidung. Und wenn sie eine Entscheidung ist, ist es der Geist und nicht der Körper, der sie trifft. Der Widerstand dagegen, dies zu erkennen, ist gewaltig, denn die Existenz der Welt, wie du sie wahrnimmst, hängt davon ab, dass der Körper der Entscheidungsträger ist. Begriffe wie „Instinkte“, „Reflexe“ und dergleichen stellen Versuche dar, den Körper mit nicht-mentalen Motivationskräften auszustatten. Tatsächlich geben solche Begriffe lediglich das Problem an oder beschreiben es. Eine Antwort darauf liefern sie nicht. Krankheit als eine Entscheidung des Geistes zu akzeptieren, für einen Zweck, für welchen er den Körper benutzen möchte, ist die Grundlage der Heilung. Und dies gilt für Heilung in allen Formen. Ein Patient entscheidet, dass dies so ist, und er wird gesund. Wenn er sich gegen die Genesung entscheidet, wird er nicht geheilt. Wer ist der Arzt? Nur der Geist des Patienten selbst. Das Ergebnis ist, was er entscheidet, was es sei. Besondere Mittel scheinen ihm behilflich zu sein, doch verleihen sie nur seiner eigenen Wahl Gestalt. Er wählt sie, um seine Verlangen in greifbare Form zu kleiden. Und das ist es, was sie tun, und nichts anderes. Sie werden nicht wirklich überhaupt gebraucht. Der Patient könnte sich einfach ohne ihre Hilfe erheben und sagen: „Ich habe keine Verwendung für dieses.“ Es gibt keine Form von Krankheit, die nicht sofort geheilt wäre. Was ist das einzige Erfordernis für diesen Wahrnehmungswechsel? Es ist einfach dies: die Erkenntnis, dass Krankheit vom Geist ist, und mit dem Körper nichts zu tun hat. Was „kostet“ diese Erkenntnis? Sie kostet die ganze Welt, die du siehst, denn die Welt wird niemals wieder über den Geist zu herrschen scheinen. Denn mit dieser Erkenntnis wird Verantwortung dahin gelegt, wo sie hingehört, nicht auf die Welt, sondern auf ihn, der auf die Welt blickt und sie sieht, wie sie nicht ist. Er schaut auf das, was er zu sehen wählt. Nicht mehr und nicht weniger. Die Welt tut ihm nichts. Er dachte nur, sie täte es. Noch tut er der Welt etwas, denn er irrte sich in dem, was sie ist. Hierin liegt die Befreiung von Schuld und Krankheit gleichermaßen, denn sie sind eins. Doch um diese Befreiung zu akzeptieren, muss die Unbedeutsamkeit des Körpers eine annehmbare Idee sein. Mit dieser Idee ist Schmerz für immer verschwunden. Jedoch vergeht mit dieser Idee auch alle Verwirrung über die Schöpfung. Folgt dies nicht aus Notwendigkeit? Setze Ursache und Wirkung in einer Hinsicht in ihre wahre Reihenfolge, und das Lernen wird auf alles übergehen und die Welt verwandeln. Der Übertragungswert einer wahren Idee hat kein Ende oder keine Grenze. Das Endergebnis dieser Lektion ist die Erinnerung an Gott. Was bedeuten Schuld und Krankheit, Schmerz, Unheil und alles Leiden jetzt? Da sie keinen Zweck haben, sind sie verschwunden. Und mit ihnen gehen auch all die Wirkungen, die sie zu verursachen schienen. Ursache und Wirkung bilden nur die Schöpfung nach. In ihrer richtigen Perspektive gesehen, ohne Verzerrung und ohne Angst, setzen sie den Himmel wieder ein. Die Funktion des Lehrers GottesWenn der Patient seinen Geist ändern muss, um geheilt zu werden, was tut der Lehrer Gottes? Kann er den Geist des Patienten für ihn verändern? Gewiss nicht. Für jene, die schon willens sind, ihren Geist zu ändern, hat er keine Funktion, außer sich mit ihnen zu freuen, denn sie sind mit ihm zu Lehrern Gottes geworden. Er hat jedoch eine genauer festgelegte Funktion für jene, die nicht verstehen, was Heilung ist. Diese Patienten sind sich dessen nicht im Klaren, dass sie Krankheit gewählt haben. Im Gegenteil, sie glauben, die Krankheit habe sie gewählt. Noch sind sie in diesem Punkt aufgeschlossen. Der Körper sagt ihnen, was sie tun sollen, und sie gehorchen. Sie ahnen nicht, wie wahnsinnig dieses Konzept ist. Wenn sie es nur ahnten, wären sie geheilt. Doch sie ahnen nichts. Für sie ist die Trennung ganz wirklich. Zu ihnen kommen Gottes Lehrer, um eine andere Wahl zu repräsentieren, die sie vergessen hatten. Die einfache Gegenwart eines Lehrers Gottes ist eine Mahnung. Seine Gedanken bitten um das Recht, in Frage zu stellen, was der Patient als wahr akzeptiert hat. Als Gottes Boten sind seine Lehrer die Symbole der Erlösung. Sie bitten den Patienten in seinem eigenen Namen um Vergebung für Gottes Sohn. Sie stehen für die Alternative. Mit Gottes Wort in ihren Geistern kommen sie in Segnung, nicht die Kranken zu heilen, sondern um ihnen das Heilmittel in Erinnerung zu rufen, das Gott ihnen bereits gegeben hat. Es sind nicht ihre Hände, die heilen. Es ist nicht ihre Stimme, die das Wort Gottes spricht. Sie geben lediglich, was ihnen gegeben worden ist. Sehr sanft rufen sie ihre Brüder, sich vom Tod abzuwenden: „Siehe, du Sohn Gottes, was das Leben dir anbieten kann. Möchtest du Krankheit an dessen Stelle wählen?“ Nicht einmal ziehen die fortgeschrittenen Lehrer Gottes die Formen der Krankheit in Betracht, an welche ihre Brüder glauben. Dies tun heißt, zu vergessen, dass sie alle den gleichen Zweck haben, und deshalb nicht wirklich verschieden sind. Sie suchen nach der Stimme Gottes in diesem Bruder, der sich derart täuschen möchte, dass er glaubt, Gottes Sohn könne leiden. Und sie erinnern ihn, dass er sich nicht selbst machte und bleiben muss, wie Gott ihn schuf. Sie erkennen, dass Illusionen keine Wirkung haben können. Die Wahrheit in ihren Geistern reicht hinaus zur Wahrheit in den Geistern ihrer Brüder, so dass Illusionen nicht verstärkt werden. Sie werden daher zur Wahrheit gebracht; die Wahrheit wird nicht zu ihnen gebracht. Sie werden so nicht durch den Willen eines anderen zerstreut, sondern durch die Vereinigung des einen Willens mit sich selbst. Und dies ist die Funktion der Lehrer Gottes: keinen Willen getrennt von dem ihren zu sehen, noch den ihren getrennt von Gottes.
-Textbuch, Kapitel 28
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