| Es gibt keine Schwierigkeitsgrade bei geistiger Heilung |
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Als ein Wunderheiler bleibst du wachsam in der Gewissheit deines erleuchteten Geistes, dass „das Wunder nichts tut“. Es ist immer nur ein Aufheben der bedeutungslosen Ordnung konzeptuellen Denkens, welche deine kranke und sterbende Selbstidentität war.
Der Glaube an Schwierigkeitsgrade ist die Grundlage für die Wahrnehmung der Welt. Sie beruht auf Unterschieden: auf einem unebenen Hintergrund und wechselndem Vordergrund, auf ungleichen Höhen und verschiedenen Größen, auf schwankende Grade von Dunkelheit und Licht, und Tausenden von Kontrasten, in welchen jedes gesehene Ding mit jedem anderen konkurriert, um erkannt zu werden. Ein größeres Objekt überschattet ein kleineres. Ein helleres Ding zieht die Aufmerksamkeit von einem anderen mit weniger intensiver Anziehung auf sich. Und eine bedrohlichere Idee, oder eine, die nach den Maßstäben der Welt als erstrebenswerter begriffen wird, bringt das geistige Gleichgewicht völlig durcheinander. Was des Körpers Augen sehen, ist nur Konflikt. Erwarte nicht von ihnen Frieden und Verständnis. Illusionen sind immer Illusionen von Unterschieden. Wie könnte es anders sein? Definitionsgemäß ist eine Illusion ein Versuch, etwas wirklich zu machen, was als sehr bedeutend erachtet wird, aber als unwahr erkannt wird. Der Geist trachtet daher danach, es wahr zu machen aus der Intensität seines Verlangens, es für sich selbst zu haben. Illusionen sind Travestien der Schöpfung; Versuche, Wahrheit zu den Lügen zu bringen. Die Wahrheit als inakzeptabel empfindend, lehnt der Geist sich gegen die Wahrheit auf und gibt sich selbst eine Illusion des Sieges. Gesundheit als eine Last empfindend, zieht er sich in fieberhafte Träume zurück. Und in diesen Träumen ist der Geist getrennt, von anderen Geistern verschieden, hat unterschiedliche Interessen und ist fähig, seine Bedürfnisse auf Kosten anderer zu befriedigen. Woher kommen all diese Unterschiede? Gewiss scheinen sie in der Welt außen zu sein. Mit Sicherheit ist es jedoch der Geist, der beurteilt, was die Augen sehen. Es ist der Geist, der die Botschaften der Augen deutet und ihnen "Bedeutung" gibt. Und diese Bedeutung existiert überhaupt nicht in der Welt außen. Was als "Wirklichkeit" gesehen wird, ist einfach das, was der Geist vorzieht. Seine Wertehierarchie wird nach außen projiziert, und er schickt des Körpers Augen, um sie zu finden. Des Körpers Augen werden niemals sehen, außer durch Unterschiede. Doch sind es nicht die Botschaften, die sie bringen, auf welchen die Wahrnehmung fußt. Nur der Geist bewertet ihre Botschaften, und so ist nur der Geist für Sehen verantwortlich. Er allein entscheidet, ob das, was gesehen wird, wirklich oder illusionär ist, erstrebenswert oder nicht erstrebenswert, angenehm oder schmerzvoll. Es sind die aussortierenden und kategorisierenden Tätigkeiten des Geistes, in die Irrtümer in der Wahrnehmung Eingang finden. Und hier ist es, wo berichtigt werden muss. Der Geist klassifiziert, was ihm des Körpers Augen bringen, entsprechend seinen vorgefassten Werten, darüber urteilend, wohin jedes Sinnesdatum am besten passt. Welche Grundlage könnte fehlerhafter sein als diese? Von ihm selbst unerkannt, hat er selbst darum gebeten, dass ihm gegeben werde, was in diese Kategorien passen wird. Und nachdem er das getan hat, zieht er den Schluss, dass die Kategorien wahr sein müssen. Darauf beruht das Urteil über alle Unterschiede, weil es dies ist, wovon die Urteile der Welt abhängen. Kann diese verwirrte und sinnlose "Argumentation" verlässlich sein für irgendetwas? Es kann keine Schwierigkeitsgrade bei Heilung geben, einfach weil alle Krankheit Illusion ist. Ist es schwieriger, den Glauben der Wahnsinnigen an eine größere Halluzination im Gegensatz zu einer kleineren zu zerstreuen? Wird er der Unwirklichkeit einer lauteren Stimme, die er vernimmt, schneller beistimmen als der einer sanfteren? Wird er eine geflüsterte Forderung zu töten leichter abtun als einen Schrei? Und wirkt sich die Anzahl der Mistgabeln, die er die Teufel tragen sieht, auf ihre Glaubwürdigkeit in seiner Wahrnehmung aus? Sein Geist hat sie alle als wirklich eingestuft, und so sind sie alle für ihn wirklich. Wenn ihm klar wird, dass sie alle Illusionen sind, werden sie verschwinden. Und so ist es mit Heilung. Die Eigenschaften der Illusionen, die sie verschieden zu machen scheinen, sind wirklich irrelevant, denn ihre Eigenschaften sind so illusionär, wie sie es sind. Des Körpers Augen werden weiterhin Unterschiede sehen. Doch der Geist, der sich heilen ließ, wird sie nicht länger anerkennen. Es wird jene geben, die "kränker" als andere zu sein scheinen, und des Körpers Augen werden ihre veränderten Erscheinungen melden wie zuvor. Doch der geheilte Geist wird sie alle einer Kategorie zuordnen: Sie sind unwirklich. Dies ist die Gabe seines Lehrers: das Verständnis, dass nur zwei Kategorien bedeutungsvoll sind beim Aussortieren der Botschaften, die der Geist von dem empfängt, was die Außenwelt zu sein scheint. Und von diesen beiden ist nur eine wirklich. Genauso wie die Wirklichkeit gänzlich wirklich ist, losgelöst von Größe und Gestalt und Zeit und Ort – denn Unterschiede können in ihr nicht vorhanden sein –, so sind auch Illusionen ohne Unterschiede. Die eine Antwort auf Krankheit jeglicher Art ist Heilung. Die eine Antwort auf alle Illusionen ist Wahrheit.
Übungsbuchlektion 152
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