Home Publikationen Handbuch für Wunderheiler Die Rolle der Worte beim Heilen
Welche Rolle spielen Worte bei der Heilung? PDF Print E-mail
Streng genommen spielen Worte überhaupt keine Rolle beim Heilen. Der motivierende Faktor ist Gebet oder Bitten. Worum du bittest, das empfängst du. Dies aber bezieht sich auf das Gebet des Herzens, nicht auf die Worte, die du beim Beten benutzt. Manchmal stehen die Worte und das Gebet im Widerspruch, manchmal stimmen sie überein. Es ist nicht von Bedeutung. Gott versteht Worte nicht, denn sie wurden von getrennten Geistern gemacht, um sie in der Illusion der Trennung zu halten. Worte können hilfreich sein, besonders für den Anfänger, um Konzentration zu fördern und den Ausschluss, oder zumindest die Kontrolle von nicht dazugehörenden Gedanken zu erleichtern. Lass uns jedoch nicht vergessen, dass Worte nur Symbole von Symbolen sind. Sie sind so zweifach von der Wirklichkeit entfernt.

Als Symbole haben Worte ganz spezifische Bezüge. Selbst wenn sie höchst abstrakt erscheinen, neigt das Bild, das einem in den Sinn kommt, dazu, sehr konkret zu sein. Wenn dem Geist nicht ein spezifischer Bezug in Verbindung mit dem Wort einfällt, hat das Wort wenig oder keine praktische Bedeutung und kann folglich den Heilungsprozess nicht fördern. Das Gebet des Herzens bittet nicht wirklich um konkrete Dinge. Es erbittet immer irgendeine Art von Erfahrung, wobei die besonderen Dinge, um die gebeten wird, nach Erachten des Bittenden die Bringer der ersehnten Erfahrung sind. Die Worte also sind Symbole für die erbetenen Dinge, aber die Dinge selbst stehen nur für die erhofften Erfahrungen.

Das Gebet um Dinge dieser Welt wird Erfahrungen dieser Welt bringen. Wenn das Gebet des Herzens um dieses bittet, so wird dies gegeben, weil dies empfangen wird. Es ist unmöglich, dass das Gebet des Herzens unbeantwortet bleibt in der Wahrnehmung dessen, der bittet. Wenn er um das Unmögliche bittet, wenn er will, was nicht existiert, oder nach Illusionen sucht in seinem Herzen, so wird all dies ihm zuteil. Die Macht seiner Entscheidung bietet es ihm an, wie er bittet. Hierin liegen Hölle und Himmel. Dem schlafendem Sohn Gottes ist nichts anderes als diese Macht geblieben. Sie reicht aus. Auf seine Worte kommt es nicht an. Nur das Wort Gottes hat eine Bedeutung, weil es das symbolisiert, was überhaupt keine menschlichen Symbole hat. Der Heilige Geist allein versteht, wofür dieses Wort steht. Und auch das reicht aus.

Soll dann der Lehrer Gottes den Gebrauch von Worten bei seinem Lehren vermeiden? Wahrlich nicht! Es gibt viele, die durch Worte erreicht werden müssen, da sie noch unfähig sind, in der Stille zu hören. Der Lehrer Gottes muss allerdings lernen, Worte in einer neuen Weise zu benutzen. Nach und nach lernt er, wie er seine Worte für sich ausgewählt werden lässt, indem er aufhört, für sich selbst zu entscheiden, was er sagen wird. Dieser Prozess ist lediglich ein Sonderfall der Lektion in deinem Kurs In Wundern, die besagt: „Ich will zurücktreten und ihn mich führen lassen“. Der Lehrer Gottes akzeptiert die Worte, die ihm angeboten werden, und gibt, wie er empfängt. Er kontrolliert nicht die Richtung seines Sprechens. Er horcht und hört und spricht.

Ein Haupthindernis bei diesem Aspekt seines Lernens ist die Angst des Lehrers Gottes ob der Gültigkeit dessen, was er hört. Und was er hört, mag fürwahr ziemlich bestürzend sein. Es mag auch für das dargestellte Problem, wie er es wahrnimmt, völlig unerheblich erscheinen, und es mag den Lehrer in der Tat mit einer Situation konfrontieren, die für ihn sehr peinlich aussieht. All dies sind Urteile ohne Wert. Es sind seine eigenen, von einer schäbigen Selbstwahrnehmung kommend, die er hinter sich lassen möchte. Beurteile die Worte nicht, die zu dir kommen, sondern biete sie in Zuversicht an. Sie sind um vieles weiser als deine eigenen. Gottes Lehrer haben Gottes Wort hinter ihren Symbolen. Und er selbst gibt den Worten, welche sie verwenden, die Macht seines Geistes, sie von bedeutungslosen Symbolen zum Ruf des Himmels selbst erhebend.